Über Moana Madeleine

Als freche, wilde Ost-Berliner-Göre bin ich aufgewachsen – einfach wunderbar, oder? 😜

Meine Kindheit veränderte sich nicht nur durch den Mauerfall, als es dann Nutella gab, sondern auch im Jugendalter mit der Trennung meiner Eltern. Das wirbelte ganz schön mein Leben, wie auch das meiner zwei jüngeren Brüder durcheinander und brachte viel Ausgrenzung und Schmerz mit sich. Auf der anderen Seite lernte ich die schwäbische Kultur durch den neuen Lebenspartner meiner Mutter kennen. Hausgemachte Spätzle und „Weisch, wie schee des isch?“ zogen in unser Haus ein. In den Ferien belebten seine vier Kinder unser Haus – eine ganz schöne Herausforderung zu neunt auf einmal klar zu kommen. Der zweite Lebenspartner brachte die türkische Kultur in unser Zuhause. Baklava und Bulgursalat verfeinerten das Büffet bei Festen 🍝 🥧

Tiefere Einblicke in die arabische Mentalität und Kultur erhielt ich während meiner Ehe mit einem Iraker. Neben Falafel und Koran auf dem Tisch und der Verwandtschaft in der Wohnung zerbrach unsere Ehe. Immer noch an das Gute im Menschen hoffend, ging ich eine Beziehung zu einem anderen Mann ein, die nicht lange hielt, jedoch von meiner Seite aus in Liebe meine erste Tochter in mein Leben brachte. Ab da an schwirrten so viele Fragezeichen in meinem Kopf und so viel Angst stieg auf. Umzug, Bedrohungen vom Ex-Partner und die Beantragung von Harz IV ließen die Freude auf meine Tochter ein wenig dahinschwinden. Nichtsdestotrotz erlebte ich mit meiner Tochter eine wundervolle Alleingeburt 🤰🤱

Anderthalb Jahre verbrachten wir in Zweisamkeit, bis eines Tages William (Mathias) vor unserer Tür stand und unser Leben mit seinem und dem seiner Tochter auf wundersame Weise zusammengewoben wurde. Von nun an hieß es wöchentlich seine Tochter, unsere älteste Tochter, zu begrüßen und zu verabschieden – ein Leben im Wechselmodell. Ein Leben als Patchworkfamily mit all den vielen Gesprächen und Puzzlestücken, die an die richtige Stelle rücken. Bis zum heutigen Tag. Und mit unserer gemeinsamen jüngsten Tochter, die im Familienkreis zu Hause ohne Hebamme auf die Welt kam, mit viel Trubel in unserem Leben auf Reisen gibt’s immer wieder neue lose Puzzlestücke🫂💞👨‍👩‍👧‍👧

Wie es zum Leben auf Reisen kam? Eigentlich fängt das im Jugendalter mit den Schüleraustauschen nach Frankreich, Großbritannien und für ein Jahr in die USA an. Das Leben in den Gastfamilien, vor allem in der amerikanischen, zeigte mir auf, wie unterschiedlich Familien leben und wie das Leben von Kultur und Gesellschaft geprägt ist. Ich erlebte in dem Austauschjahr so vieles, was ich gar nicht in Worte fassen kann, was mich jedoch definitiv veränderte und auf meinem weiteren Weg begleitet hat 🏫

So war für mich, als ich wieder zurück nach Deutschland kam, klar, dass ich irgendwann in einem anderen Land leben möchte, auch wenn ich Deutschland zu schätzen gelernt habe. Bevor wir zu unserem jetzigen Leben kommen, sind da noch weitere Reisen zu nennen, die mir den Horizont erweiterten und mich bereicherten: Sieben Wochen mit dem Backpack durch Thailand und Laos und nach dem Studium ging es für ein halbes Jahr nach Südamerika (Uruguay, Argentinien, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador) und dann für drei Monate nach Indien. In Thailand und Laos wurde ich mit Mönchen und ihrem Leben vertraut. Die Gelassenheit und ihre Disziplin beeindrucken mich noch immer. Die lockere Art der Südamerikaner wies mir einen Weg in die Leichtigkeit. In Indien hatte ich den größten „Kulturschock“ mit der Denkweise, dem Lebensstil und den Kontrasten. Durch die ganzen Reisen ins Ausland war mir definitiv klar, dass ich auswandern möchte, nur der Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst 🏝🏔🗺

Mit William (Mathias) an meiner Seite, der auch etwas Anderes sehen wollte, fingen wir an zu überlegen, wo es hingehen könnte. Und so trafen wir die Entscheidung zusammen als Familie erst einmal in eine Gemeinschaft in Italien zu gehen. Die Umstände mit dem Bruch des Sprunggelenkes von William (Mathias) nach drei Wochen in Italien brachten auch Krankenhauserfahrungen mit sich und ließen uns als Familie zusammen wachsen, aber auch unsere Pläne über’n Haufen werfen. Wir suchten uns eine Wohnung in einem Wohnpark und kaum waren wir drin, ging’s ab nach Deutschland. So viel zu den Plänen. Anstelle von angedachten (oder waren es eher gewünschte) sechs Wochen in Deutschland wurde ein Jahr. In diesem Jahr zogen wir von einem „Wohnen gegen Hand“ oder auch „Haus- und Tiersitting“ zum nächsten quer durch Deutschland – eine erfahrungsreiche Zeit mit Tälern und Bergen🎒🗾

In dieser Zeit merkten wir, dass wir nicht an einem Ort leben möchten, sondern erstmal ein bisschen Europa erkunden möchten. Und so kamen wir zu unserem Wohnmobil, unserem neuen Zuhause. Damit touren wir durch die Gegend und wer weiß, vielleicht sehen wir uns mal? Einige Abenteuer haben wir mit dem Wohnmobil schon hinter uns: Schimmel überall im Bad, undichte Wasserleitungen, undichte Fenster, Motor springt nicht mehr an… – ein neues Kapitel für mich in meinem Leben🚐

Und da wir beim Auswandern und auf Reisen so viel erlebt haben, so viele Fragezeichen in unserem Kopf hatten, so viele Stunden im Internet auf der Suche nach Antworten und Lösungen verbrachten, haben wir unseren Online-Kongress „Travel Love – Feel Free: Reisen und Auswandern mit Herz“ ins Leben gerufen. Die 50 geführten Interviews bereicherten mich immens. Es war eine Freude mit so vielen Menschen in unterschiedlichen Konstellationen und mit vielfältigen Facetten zu sprechen und von ihrem Weg und ihren Strategien zu erfahren. Eine wahre Schatzkiste für mich und mein Leben, die mich auch beruflich weitergebracht hat 🎥

So hat es nicht lange gedauert, dass wir gemeinsam als Paar nach unserem Durchbruchs-Projekt selbständig durchstarten – mit Begleitungen von Familien, insbesondere von Patchwork-Familien, mit Begleitungen von Paaren, im Hinblick auf Seelenpartnerschaften sowie Paar-Sein als Eltern, mit Begleitungen von Familien und Paaren, die auswandern oder reisen möchten wie auch mit Begleitungen von Menschen, die einfach mal jemanden zum Zuhören brauchen. Und all dies, weil wir es leben – natürlich perfekt unperfekt und das jeden Tag 🫶

Es ist nicht nur unsere Erfahrung, die in die Begleitungen hineinfließt, zum großen Teil ist es auch unser pädagogischer beruflicher Hintergrund. Im schönen Bamberg studierte ich Diplom-Pädagogik mit den Schwerpunkten Sozialpädagogik sowie Elementar- und Familienpädagogik. Die Studienzeit war eines der schönsten Kapitel in meinem Leben – vom 4-er WG-Leben, über interessante Seminare zu Party-Time und coolen Aktivitäten mit tollen Menschen. Während des Studiums habe ich viele berufliche Felder kennen gelernt: Von Hiwi und Tutorin zur Projektleitung eines naturwissenschaftlichen Projektes für Kindergärten, in dem ich auch einerseits naturwissenschaftliche Experimentier-Workshops für Eltern wie für Kindergartengruppen durchführte wie auch in dem eigens dafür geschaffenen Theaterstück für Kinder als Professor mitspielte. Das machte mir echt Spaß und zeigte mir bereits damals, dass man mit Spaß und Freude so viel Interesse bei Kindern (und Erwachsenen) wecken kann. Am meisten begeisterte mich die Arbeit im Spielmobil, in der ich eine leitende Gruppenfunktion übernahm, Spielmobileinsätze plante und durchführte – an manchen schönen Sommertagen mit bis zu 70 Kindern, die sich alle am Spiel erfreuten. Die Arbeit als Schulsozialarbeiterin zeigte mir das System Schule hinter den Kulissen und darüber hinaus Schwierigkeiten wie Chancen, die verschiedene (aufeinanderprallende) Kultur- und Religionshintergründe mit sich bringen. Die Tätigkeit als Sprachdozentin machte mir viel Spaß – mit zu erleben, wie Menschen Deutsch sprechen lernen sowie von den verschiedenen Backgrounds zu erfahren. Sehr bereichernd und interessant war meine Arbeit beim Integrationsdienst für hörbehinderte Menschen. Selbst von Schwerhörigkeit betroffen, leitete ich dort eine Selbsthilfegruppe für schwerhörige Menschen und führte Schulungen in Unternehmen durch, die schwerhörige Mitarbeiter hatten. Spannend war auch meine dortige Akquisetätigkeit, bei der ich in verschiedenen Berliner Unternehmerverbänden agierte. Meine Freude an der Gebärdensprache konnte ich bei dieser Tätigkeit ausbauen 👦⚽️👧

Sprachen lernen begeisterte mich schon immer und so lernte ich neben Englisch und Französisch noch Schwedisch, Arabisch sowie Spanisch und Italienisch auf meinen Reisen. Zudem mag ich es, wenn ich etwas von meiner Reise mitnehmen kann. In Thailand war dies die Aneignung der Thai-Massage und in Indien setzte ich mich einen Monat lang in einer indischen Ayurveda-Schule nur für Inder mit der Ayurveda-Massage und anderen ayurvedischen Methoden auseinander. Naturheilmethoden faszinierten mich schon seit meiner Jugendzeit, in der ich mit der Homöopathie vertraut wurde und mich später als Entspannungstrainerin für Kinder und Erwachsene, im Sujok (koreanische Akupressur) und in russischen Heilmethoden wie Krafttierreisen, Unterbewusstseinssitzungen, Cuttings sowie Auraheilung und -chirurgie ausbildete. Dies schenkte mir Bewusst-Sein auf vielen Ebenen und brachte mir viele Erkenntnisse 🧘‍♀️

Das führte auch zu einer achtsameren Ernährung. Mein seit Jahren niedriger Fleischkonsum (Fisch mochte ich eh nicht wirklich) sank auf Null als ich meinem Vater beim Sterben begleitete (er hatte das Jakob-Kreuzfeld-Syndrom). Über die Jahre verstärkten sich einerseits meine Nahrungsmittelunverträglichkeiten, andererseits schmeckt mir vieles nicht mehr. Das führte dazu, dass ich immer mehr lernte auf meinen Körper zu achten und so auch auf Alkohol verzichte. Auf meinen Körper zu hören und ihn besser wahrzunehmen, dazu führten mich auch mehrere Fehlgeburten hin. Zu spüren, wann ich schwanger bin, was mir gut tut und wann mein Körper (und meine Seele) bereit für den Empfang einer weiteren Seele ist – ganz ohne ärztliche Untersuchungen – brachte mich in die Selbstverantwortung. Die Fehlgeburten haben viele tiefe Risse in mir hinterlassen, viel in mir bewegt und gleichzeitig mich mit dem „Göttlichen“ verbunden fühlen lassen 👼

Singen, tanzen und beobachtend durch die Natur zu gehen (gerne auch mit Kamera) ist Seelenbalsam für mich. Und wenn ich mal nicht durchs Leben rocke, blättere ich Seite für Seite lesend ein Buch durch. Also falls ihr euch fragt, wo ihr mich finden könnt, folgt der Buchspur… 💃📖

Dies war ein Kapitel meines Lebens – offen und authentisch geschrieben und das ganz ohne ChatGPT. 😄

„Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“

(Charlie Chaplin)

Von Herzen, Moana (Madeleine)